Selbstbewusste Pferde

Ein Pferd, das frei spielt und sich frei versammelt.













Tänzerisch leicht verlagert es sein Gewicht auf die Hinterbeine und verkörpert, wozu es geschaffen wurde: Bewegung, Lebensfreude. Die Leichtigkeit des Seins. – Imke Spilker

In einer Zeit, in der Natural Horsemanship, Dominanz und Join Up die Pferdewelt eroberten, hat Imke Spilker ein Buch geschrieben, welches das Pferdetraining von einer komplett anderen Seite betrachtet.

Sie sieht Pferde als gleichberechtigte Partner, deren Stimme in einer von Menschen geschaffenen und kontrollierten Welt wieder Gehört verschafft werden soll.

Mich hat dieses Buch vom ersten bis zum letzten Satz sehr berührt und inspiriert. Sich einmal in die Situation des Pferdes versetzen, überlegen, was ein Pferd wirklich braucht und was es sich von seinem Menschen wünscht, hat mir die Augen geöffnet.

Freiheit – Dieses Gefühl kommt von innen her und ist nicht an Äußerlichkeiten festzumachen.

Imke Spilker – Selbstbewusste Pferd

Wir bestimmen über die Lebensumstände, die Haltung, das Futter, die Herdenzusammenstellung und natürlich das Training des Pferdes.

Natürlich wollen wir alle dabei nur das Beste für unser Pferd. Ich kenne keinen Pferdemenschen, der nicht nach bestem Wissen und Gewissen handelt.

Und doch vergessen viele dabei das Essenzielle – nicht wir bestimmen, was das Beste für unser Pferd ist, sondern unser Pferd.

Was möchte unser Pferd eigentlich? Wer will es sein? Was will es tun? In was möchte es brillieren?

Und wie kriege ich ehrlich Antworten, authentische Antworten von meinem Pferd auf diese Fragen?

Das wichtige Stichwort hier war “frei“.

Ich musste mich selbst frei machen von meinen Erwartungen und dem, was die Reiterwelt so von einem Mensch mit seinem Pferd erwartet.

Ich musste mein Pferd frei machen von Druck und meinem Übergriffen und stattdessen warten, was es “zu sagen hat”.

Und anfangs sagte Ský nicht viel, außer, dass er seine Ruhe wollte.

Dank Intrinzen und vielen Inspirationen anderer Menschen, die frei mit ihren Pferden arbeiten, konnte ich doch Ský‘s Neugierde wecken und ohne Zwang in einen Dialog mit ihm treten.

Die positive Verstärkung war der Schlüssel, der es uns beiden erlaubte, Fragen zu stellen und ehrliche Antworten zu bekommen.

Ich kann mein Pferd fragen “möchtest du diese Aufgabe lösen?” und er darf die Herausforderung gerne annehmen, aber er hat auch die Möglichkeit abzulehnen ohne, dass ihm Konsequenzen drohen.

“Nein” ist eine valide Antwort und eröffnet Raum für Neues.

Und auch Ský darf Übungen und Bewegungen anbieten, darf zeigen, was er gerade machen möchte. Auch darf er beim Spazierengehen Wege, Gangart und Geschwindigkeit bestimmen. Aber auch ich darf “Nein” sagen, wenn es für mich oder andere nicht ok ist oder gar gefährlich wird.

Durch diese authentische, gleichberechtigte Kommunikation hat sich ein freies Spiel und ein freies Zusammensein entwickelt, das Ský’s Stolz und Selbstbewusstsein immens gefördert hat.

Ský und ich im freien Spiel

Er ist über sich hinaus gewachsen und darf sich so zeigen, wie er möchte.

Und auch ich bin persönlich daran gewachsen, kann mit Ablehnung besser umgehen, bin kreativ und flexibel geworden, ich habe insgesamt (nicht nur im Bezug auf Pferde) ein positive Einstellung entwickelt.

“Selbstbewusste Pferde” von Imke Spilker war dabei für mich Inspiration und emotionaler Rückhalt. Immer wieder entdecke ich neue Details, wenn ich das Buch in die Hand nehme.


Wie auch du und dein Pferd zu einem Weg zu mehr Selbstbewusstsein und Bewegungsfreude findet:

Ein Gedanke zu „Selbstbewusste Pferde

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